Über Karsten Reineck

2. Januar 2013

Meine Projekte Galgenmännchen, Lessenich – per pedes und das Reineck Online Riddle (RoRi) sind auf meiner Homepage www.projektiv.net63.net zu finden.

Konica Minolta bizhub Standard-Administratorkennwort

5. Februar 2014

Ich bin wahnsinnig geworden, das Standard-Adminkennwort für den Konica Minolta bizhub 454e rauszufinden. Die Papier-Anleitung verweist auf die Online-Anleitung, die Online-Anleitung auf die papierne… grrrr.

Das Passwort lautet: 1234567812345678.

Babylon Search aus Firefox entfernen

19. Juli 2012

Man, das Teil ist ja nervig. Öffnet man in Firefox einen neuen Tab („+“), so erscheint die sinnfreie Babylon Search. Selbst nachdem man in der Systemsteuerung diese entfernt hat (das natürlich vorher sowieso machen). Da ich keine Anleitung im Internet gefunden habe, wie man das wieder loswird, schnell selbst rumprobiert und zwei Methoden gefunden:

Dreckige (schnelle) Methode

In der Adresszeile von Firefox die Seite „about:config“ aufrufen und die Sicherheitswarnung lesen und bestätigen. Danach in das Suchfeld „babylon“ eingeben und jeden Eintrag auf den Firefox-Default zurücksetzen. D.h. mit der rechten Taste „Reset“ auswählen (oder „Zurücksetzen“ oder wie auch immer das auf Deutsch heißt).

Die Methode ist nicht ganz sauber, weil Babylon noch immer irgendwo im Firefox-Profil rumhängt, aber zumindest von der Neuer-Tab-Seite ist es damit verbannt. Wer es ganz sauber entfernt haben möchte:

Sauberer (langwierige) Methode

Ein neues Firefox-Profil anlegen. Das hat natürlich den Nachteil, dass man Favoriten, Add-ons etc… danach neumachen muss. Wer diesen Weg gehen will, benutzt bitte die Anleitung zum Profile erstellen und löschen. Vermutlich funktioniert auch das Zurücksetzten von Firefox in den Ausgangszustand.

Bauanleitung LED-Sternenhimmel

9. Juni 2012

Im Schlafzimmer fehlte mir eine Deckenlampe und irgendwie finde ich in Möbelhäusern nie hübsche und passende Deckenlampen. Also selber eine bauen. Und da ich über ein Himmelbett verfüge, kam ich auf die Idee, dieses um einem Sternenhimmel zu bereichern.

Himmelbett

Der alte Stoffhimmel des Himmelbettes

Meine erste Idee war, eine dünne mit Löchern versehene Holzplatte mit einer Hintergrundbeleuchtung zu bauen. Eine kurze Internetrecherche ergab: Sowas ähnliches hat schon mal jemand probiert. Aber egal, wie viel Mühe man reinsteckt, es bleibt leider eine Platte mit Löchern – man hat keine eigenständig leuchtenden Sterne. Das gefiel mir nicht; ich wollte das professioneller haben und kam so zu einer Lösung mit Glasfasern.

Die Lichtquelle

Meine Anforderungen

  • Preis: Ich wollte keinen billigen Ramsch, aber auch kein überteuertes Profi-Gerät. Zwischen 100 und maximal 150€ sollte es kosten.
  • Lautstärke: Geräuschlos, d. h. ohne mechanische Teile wie Farbrad oder Lüfter.
  • Lichtfarbe: Weiß-blau. Farbwechsel und ähnliche Spielereien sind nett, aber kein Muss.
  • Anzahl Glasfasern/Sterne: Ca. 100 Stück pro Quadratmeter, bei 3 m² also 300 Fasern.
  • Vorkonfektioniert: Ich habe mir nicht zugetraut, die Fasern selbst an die Lichtquelle anzubringen, da ich absolut keine Erfahrung damit habe. Daher wollte ich ein fertiges Gerät: Auf der einen Seite kommt Strom rein, auf der anderen kommen die Fasern raus.

Erstes Problem beim Kauf: Wie viel Watt braucht man? Die Lichtquellen gibt es als LEDs ab 1 Watt, mit einer oder mehreren LEDs oder auch mit einer herkömmlichen Halogen-Lampe. Ich entschied mich für die LED-Technik, da diese moderner ist, weniger Hitze entsteht und sie energiesparender ist. Für 300 Fasern fand ich 6 Watt irgendwie passend, also 2 Watt pro Quadratmeter bzw. 0,02 Watt pro Faser.

Als Bezugsquelle habe ich nach einiger Recherche sternenhimmelshop.de gefunden. Hier entschied ich mich für das Modell „Gemini Star“, welches die obigen Anforderungen erfüllt. 160 Glasfasern mit 0,75 mm und + 140 Fasern mit 1 mm Durchmesser habe ich gewählt. Und das wurde geliefert:

Lichtgenerator „Gemini Star“

Lichtgenerator „Gemini Star“ (bei Dunkelheit)

Bau der Holzplatte

Der Rahmen: 210 x 148 cm ist die Größe des Bettes und genauso groß wird auch der Rahmen. Also ab in einen beliebigen Baumarkt und simple Holzlatten gekauft. Vorher natürlich ein bisschen Gedanken machen, wie lang die Einzellatten sein müssen, damit diese im Baumarkt direkt passend zurechtgesägt werden können. Als Höhe und Breite habe ich 45 x 45 mm gewählt. Vielleicht etwas übertrieben, aber so war ich mir sicher, dass sich nichts durchbiegen würde. Die äußeren Latten sind gehobelt, die innere rau (etwas günstiger).

Die zum Rahmen zusammengeschraubten Holzlatten

Die Holzplatten: Eine einzelne Holzplatte in der Größe 210 x 148 cm wäre nicht in meinem Auto zu transportieren gewesen, daher musste ich zwei nehmen. Pappel-Sperrholz war mir zu unstabil, daher sind es MDF-Platten in 10 mm Dicke geworden – gibt es in jedem Baumarkt mit Holzzuschnitt. 10 mm war ein Kompromiss zwischen Stabilität und Gewicht. Weniger als 10 mm und die Platten hätten sich ohne weitere Querstreben allein durch ihr Eigengewicht durchgebogen, mehr als 10 mm und die Konstruktion wäre mir zu schwer geworden. Eine MDF-Platte der Größe 105 x 148 x 10 mm wiegt ca. 12 Kilo. Davon zwei plus Holzrahmen (7,4 kg) plus Kleinkram (Gemini Star, Fasern, Elektro-Installation), so kam ich so auf circa 33 Kilo Gesamtgewicht – was mir eigentlich schon zu schwer war, aber leichter habe ich es nicht hinbekommen.

Löcher bohren: Aber wirklich 300? Was, wenn 301 Fasern geliefert wurden oder nur 299 – man bestellt nämlich ca. 300 Stück. Ich wollte weder brachliegende Fasern noch schwarze Löcher (no pun intended). Also Fasern gezählt: 140 dicke und 159 dünne wurden geliefert. Dementsprechend habe ich auch nur 299 Löcher gebohrt. Vorher habe ich dazu 299 Bleistiftmarkierungen zufällig auf die Platten verteilt. Bohren natürlich von der sichtbaren Seite aus hin zur Deckenseite, damit eventuelles Splittern beim Bohreraustritt irrelevant ist.

Teil der MDF-Platte mit Bleistiftmarkierungen für Bohrlöcher

Die Idee, echte Sternenbilder zu verwenden, habe ich aus Aufwandsgründen verworfen. Als Bohrer habe ich 1 mm Holzbohrer verwendet. Davon am besten gleich ein 10er-Pack kaufen, denn nach 50 Löchern macht sich hier schon die Materialermüdung bemerkbar und irgendwann brechen die dann einfach, egal wie vorsichtig man bohrt.

Unlackierte MDF-Platte mit 150 Bohrlöchern

Platte lackieren: Meine Überlegung „Wenn man Lack aufrollt, sieht man die Rollrichtung, also sprühe ich lieber“ erwies sich als dumm. Als unerfahrener Lackierer ist es nämlich scheinbar viel schwieriger, eine Fläche von insgesamt 3 m² gleichmäßig zu besprühen; zumindest mit den Fertigsprühdosen aus dem Baumarkt. Oder ich habe zu wenig Dosen gekauft, weiß ich nicht: Auf den Dosen steht für „1,5 – 2 m²“ und davon hatte ich zwei.

Unnützer Sprühlack

Meine ersten Sprühversuche sahen jedenfalls so aus:

Sprühlackierte MDF-Platte

Mit diesem Ergebnis war ich nicht zufrieden. Also noch mal in den Baumarkt und diesmal klassischen Lack zum Aufrollen/Streichen gekauft. Als Farbe für den Himmel wollte ich ursprünglich übrigens ein tiefdunkles Blau-Schwarz haben. Das habe ich fertig aber nicht in Sprühdosen gefunden und daher Schwarz genommen. Meine Befürchtung, es könnte erdrückend wirken, hat sich nicht bewahrheitet.

Rolllackierte MDF-Platte (2. Anstrich)

Als Letztes dann noch die Platte auf den Rahmen geschraubt und fertig:

Beide Holzplatten auf den Rahmen geschraubt

Bzw. fast fertig. Noch ein 3. Anstrich musste sein, da man doch die Rollrichtung beim Streichen gesehen hat (trotz Auftragen im Kreuzstrich). Und nochmal Nacharbeiten, denn die dickeren 1 mm Fasern passen nicht in die 1 mm Bohrlöcher. Grrrrr. Also habe ich mit einem Nagel 140 der Löcher nachbearbeitet/verbreitert. Das war sehr zeitaufwändig – inklusive der Logistik, nachzuhalten, welche Löcher für die breiten Fasern und welche für die dünneren Fasern sind. Zu zweit geht das übrigens wesentlich schneller: Einer hämmert von oben, der andere markiert von unten die Löcher („danke Jan„). Ich schätze die Arbeitszeit hierfür auf ca. 10 Stunden! Nochmal würde ich das nicht machen, dann lieber direkt alle Löcher mit einem 2 mm Bohrer bohren und in Kauf nehmen, dass die Fasern leicht wackeln können.

Verlegen der Fasern

Als Erstes den Lichtgenerator anschrauben. Auf dem Bild sind auch schön die 299 Markierungen zu sehen. Jedes Loch ist eingekreist und mit „A“ (für dicke) oder „B“ (für dünne) Fasern beschriftet.

Anschrauben des LED-Generators

Danach jede Faser einzeln durch eines der vorgebohrten Löcher schieben und so weit durchziehen, dass die Faser oben nicht zu stark gebogen ist. Hier darauf achten, dass man immer (den Umständen entsprechend) noch bequem arbeiten kann und einen die bereits verlegten Fasen nicht behindern. Eine unbedachte Handbewegung und schon wäre eine der filigranen Fasern gebrochen. Wir haben es so gemacht, dass wir in Generatornähe einige Bohrlöcher freigelassen haben, sodass wir im Notfall abgebrochene (und damit kürzere) Fasern hier noch hätten verwenden können. Immer wenn ein Bereich fertig war, haben wir die Fasern am Loch mit einem Tropfen lösungsmittelfreiem Klebstoff (gibt‘s auch in jedem Baumarkt, z. B. von Uhu oder Pattex) fixiert. Lösungsmittelfrei, damit der Klebstoff die Fasern nicht angreift.

Die ersten verlegten Fasern (Ansicht von oben)

Die Fasern habe ich unten zunächst nur so weit gekürzt, dass sie nicht über den Boden schleifen.

Die ersten verlegten Fasern (noch nicht abgeschnitten)

Eine Doppelsteckdose habe ich noch auf den Rahmen geschraubt, ein Anschluss für den LED-Generator, einen zweiten, falls man mal einen braucht. Z. B. für eine hellere Raumbeleuchtung, da die LEDs eigentlich nur dekorative Beleuchtung sein sollten. Und so sieht es nun mit allen 299 verlegten Fasern aus:

Alle 299 verlegten Fasern bei Licht

Alle 299 Fasern bei Dunkelheit

Und auch unter der Platte sieht es nett aus, wenn man die überstehenden Fasern nicht direkt komplett kürzt.

Die überstehenden Faserenden unter der Platte

Gut zu erkennen auch der angeleuchtete Klebstofftropfen. Was mich gewundert hat war doch, wie viel Licht aus den Fasern selbst austritt: Bei Dunkelheit sieht man auch die Fasern selbst leuchten und nicht nur die Faserenden.

Leuchtende Fasern

Und ich habe es mir nicht nehmen lassen, ein kurzes Video mit der Digicam zu machen, in dem ich einmal unter der Platte mit den noch nicht abgeschnittenen Fasern hindurchfahre:

Und da die LEDs auch farbwechseln können, wollte ich das natürlich auch mal ausprobieren, hier programmiert auf „alle 2 Sekunden ein Farbwechsel“:

Was am meisten Spaß gemacht hat: das Zurechtschneiden der Fasern. Da es ja nur Licht ist, kann man gefahrlos im eingeschalteten Zustand zu Werke gehen. Es ist immer die Schnittfläche der Faser, also das Faserende, welches leuchtet. Ich hatte zuerst Bedenken, wie man die Faserenden am besten zum Leuchten bringt. Muss man diese ggf. schmiergeln? Wie trennt man die Faser? Meine Erfahrung: Alles völlig egal, ob man bricht, abknipst oder schneidet – das Ende der Faser leuchtet prima, hier mal am Beispiel mit einer Bastelschere:

Den richtigen Schnitt habe ich mit einer handelsüblichen Nagelschere möglichst dicht an der Holzplatte durchgeführt:

Montage übers Bett

Und so sieht das Ganze nun fertig aufs Bett montiert aus. Leider ist es etwas schwierig, gute Aufnahmen davon zu machen, da man eine schwarze Platte (kein Fokus) und gegen das Licht fotografiert. In „echt“ sieht das viel beeindruckender aus, vor allem kommen da die Farben sehr viel schöner zur Geltung. Die Sterne leuchten eigentlich in brillantem Blau/Grün auf dem Bild:

Fertiger Sternenhimmel

Die Fasern in verschiedenen Dicken zu verlegen, war übrigens ein Reinfall. Wenn man es nicht weiß, kann man einen 0,75 mm Stern nicht von einem 1 mm Stern unterscheiden. Die Logistik, unterschiedliche Löcher zu bohren und Fasern zu verlegen, ist diesen Effekt nicht wert. Mein Tipp: Nur 1 mm Fasern kaufen, die sind auch stabiler und einfacher zu verlegen als die filigranen Fasern mit einem Durchmesser von unter 1 mm.

Zu Demo-Zwecken 3 Fotos der 3 Grundfarben:

Rot

Grün

Blau

Abschließend noch ein Video mit programmiertem Farbwechsel alle 2 Sekunden. Den Farbwechsel nutze ich zwar nicht, aber für ein Demo-Video ist er schön geeignet.

Feinschliff

Den unschönen Holzrahmen habe ich übrigens noch mit weißer Deko-Folie überklebt.

Seitlich sichtbarer unschöner Holzrahmen

Selbstklebende Deko-Folie gibt’s im Baumarkt in allen möglichen Farben und Mustern. Da der Rahmen des Bettes weiß ist, habe ich auch weiße Deko-Folie geholt.

Zurechtgeschnittene Deko-Folie

Als Tipp für zukünftige Sternenhimmelbauer: Die Deko-Folie lässt sich prima ankleben. Vielleicht wäre schwarze Deko-Folie eine Alternative zum Lackieren? Auf jeden Fall ist sie preiswerter als Lack und schneller zu verarbeiten.

Überklebter Holzrahmen

Fazit

Es war eine Menge Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Auf den Fotos kommen wie gesagt die Farben leider nicht so schön zur Geltung. Aber es sieht sehr gut aus und ich kann jedem, der über den Bau eines Sternenhimmels nachdenkt, nur dazu raten. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick bekommt man das hin. Aber bringt Zeit mit. Täglich hat man auch keine Lust dran zu arbeiten und als Berufstätiger sowieso nicht unendlich Zeit. Bei mir zog sich die Bauphase daher 3 Wochen hin.

FERTIG!

Kosten

Eigentlich hatte ich mir 200 € als Obergrenze gesetzt, aber wie das leider so ist, summieren sich auch die Kleinigkeiten. Hier die Kostenübersicht mit gerundeten Preisen:

  • LED-Generator: 150 €
  • Holzrahmen: 15 €
  • MDF-Platten: 30 €
  • Lack: 25 €
  • lösungsmittelfreier Pattex-Kleber: 5 €
  • Kleinkram (Steckdose, Deko-Folie, Schrauben, Nägel …): 15 €

Summe: 240 €

HPC Pack 2008 R2 Service Pack 2 (SP2)

30. Juni 2011

Das Service Pack 2 (SP2) für den HPC Pack 2008 R2 ist nun offiziell verfügbar. Es bietet neben der Möglichkeit sein Cluster mit Azure VM Nodes zu erweitern ebenfalls die Möglichkeit MPI jobs auf Azure laufen zu lassen.

Download HPC Pack 2008 R2 Service Pack 2 (SP2).

Interview mit Dan Reed, Vice President, Microsoft auf der ISC’11 in Hamburg

22. Juni 2011

Zusammen mit Christian Terboven von der RWTH Aachen (Blog) führte ich ein Interview mit Dan Reed, Corporate Vice President bei Microsoft – frei übersetzt ins Deutsche.

Microsoft steckt sowohl Arbeit in Interoperabilität als auch ins Cloud-Computing. Wie spielen diese beiden Themen zusammen, sprich, wie steht es um Interoperabilität in der Cloud? Wird es z.B. möglich sein, virtuelle Maschinen von Azure nach Amazon zu schieben oder wird es Linux-Maschinen in Azure geben?

Auch wenn dies technisch möglich ist – z.B. unterstützt Hyper-V Linux Gast-Systeme – wird wohl weder erstes noch zweites in Azure möglich sein. Wichtiger im Bereich der Interoperabilität sieht Dan Reed den Zugriff auf Daten.

Christian Terboven hat Vergleichspreise für CPU-Stunden ermittelt, zu denen die RWTH Aachen theoretisch ihre Ressourcen anbieten könnten. Die ermittelten Preise liegen deutlich unter den Preisen, die Microsoft für Azure verlangt. Woher kommt dieser hohe Preisunterschied?

Im Unterschied zu einem HPC-Rechenzentrum, in dem üblicherweise ein Job-Management- Systeme dafür sorgt, dass die vorhandenen Ressourcen dauerhaft (im besten Fall 24/7) ausgelastet sind, ist dies bei Cloud-Anbietern nicht der Fall. Letztere müssen ständig leerlaufende Ressourcen vorhalten, die also nicht verkauft aber dennoch gewartet und bezahlt werden müssen.

Was den Wettbewerb betrifft, sieht Dan Reed hier die Gefahr des „Race to the bottom“, d.h. der günstigste gewinnt, und nicht unbedingt der technisch ausgereifteste oder ausfallsicherste. Ebenfalls fehlen noch Standards für das Pricing in der Cloud.

Andere große Baustellen im Cloud-Computing sind SLAs, also vertraglich festzulegen, wann  z.B. eine Ressource spätestens verfügbar oder ein Job spätestens ausgeführt werden muss. Ebenfalls ist die Einstiegshürde in die Cloud noch zu hoch; Anwendungen werden immer komplexer und sind teils zu umfangreich für den lokalen Desktoprechner. Die Verlagerung in die Cloud bietet sich hier an, muss aber – unter dem Stichwort „usability“ – noch deutlich einfacher werden.

Da wir auf der ISC sind, bleibt natürlich die Frage nach klassischen ISV-Codes nicht aus. Werden wir diese in der Cloud sehen?

Hier sieht Dan Reed zeitnah keine Produkte. Es wird zwar an Lösungen gearbeitet, aber bis tatsächlich ISV-Produkte in der Cloud laufen oder es diese ggf. sogar fertig zu kaufen gibt, wird wohl noch einige Zeit verstreichen. Etwas anders sieht es im Bereich der „embarassingly parallel“ Codes aus, z.B. in den Bereichen der Finanz- oder Versicherungssimulationen. Die hier verwendeten Monte-Carlo-Simulationen sind aus HPC-Sicht deutlich simpler als verteilt laufenden Physik-Simulationen.

Allerdings wird, so Dan Reed in einer Session auf der ISC, die Cloud auch nie das lokale Cluster ersetzen, sondern immer nur zusätzlich zu lokalen Ressourcen existieren.

Wie wird sich der Windows HPC-Server weiterentwickeln?

Der Windows HPC-Server ist eine Erweiterung des Windows Servers, der wiederrum auf (im Moment) Windows 7 basiert. Die Fortschritte die in den letzteren beiden erzielt werden, sind dementsprechend auch im HPC-Server verfügbar. Die HPC-Erweiterung betreffend geht es – und wird es auch weiterhin gehen – stark in Richtung Cloud (Azure-Integration). Hier arbeitet Microsoft nicht nur daran, Azure-Knoten mit GPUs anzubieten, sondern auch Hochgeschwindigkeitsnetzwerke wie Infiniband oder 10GB Ethernet bereitzustellen.

Im Exascale-Bereich sieht Dan Reed den Windows HPC-Server allerdings nicht. Hier müsste Microsoft viel investieren, aber auch dann bleibt noch die Frage nach der Usability. Finanzielle Mittel, so Dan Reed, sind besser angelegt im Green-IT-Bereich, also z.B. darin, die Leistung pro Watt zu erhöhen.

Microsoft forscht z.B. daran, Rechenzentren mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Ein erstes prototypisches RZ ist bereits in Betrieb. Auch ein sehr interessantes Forschungsgebiet sind hier „energy aware“ Scheduler, d.h. Jobs verbleiben in der Queue, bis – vereinfacht ausgedrückt – die Strompreise günstig sind, weil gerade ein Überangebot auf dem Strommarkt herrscht.

Windows HPC with Burst to Windows Azure: Application Models and Data Considerations

26. Mai 2011

Microsoft hat ein Whitepaper „Windows HPC with Burst to Windows Azure: Application Models and Data Considerations“ veröffentlicht. Vorteile der Erweiterung des eigenen HPC-Clusters um Azure-Knoten liegen darin, dass man kurzfristig und kurzzeitig die eigenen Rechen-Ressourcen erweitern kann, um z.B. hohen CPU-Bedarf bei der Monats- oder Jahresabrechnung zu bewältigen. Es ist keine Anschaffung neuer Hardware nur für diese „Peak-Zeit“ nötig, sondern man mietet genau die benötigten Ressourcen für genau die Zeit, in der sie benötigt werden.
Dabei ist zu beachten, dass dies (mit dem aktuellen Windows Server 2008 R2 SP1) nicht für die im HPC-Bereich klassischen MPI-Anwendungen möglich ist. Stattdessen beschreibt Microsoft, wie man die Anwendung mittels Parametric Sweep, SOA oder Excel UDF Offloading in die Cloud bringt. Das Whitepaper gibt ebenfalls Hinweise für die Anwendungsentwicklung und das Datenmanagement in der Cloud. Microsoft stellt ebenfalls Code-Beispiele bereit.

Windows HPC Server 2008 R2 Service Pack 2 (Beta)

18. Mai 2011

Ich bin nun endlich dazu gekommen, einen Azure-Knoten zu unserem Windows-HPC-Cluster hinzuzufügen (Anleitung). Er integriert sich wunderbar in den Cluster Manager und taucht dort neben den lokalen Rechenknoten auf. Mit der SP2 Beta ist es ebenfalls gelungen, ein Remote-Desktop-Verbinung mit dem Azure-Knoten aufzubauen. Screenshot:

Ausfallsicheres Windows HPC-Cluster

12. Mai 2011

Microsoft hat ein Dokument herausgegeben, welches in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung erklärt, wie man ein ausfallsicheres HPC-Cluster für eine Produktivumgebung aufsetzt. Natürlich sind für so eine High Availability-Lösung zwei Head Nodes erforderlich. Außerdem empfiehlt das Dokument aus Performancegründen die Installation der vollwertigen SQL-Server Edition (nicht die kostenlose Express-Edition) auf einem dedizierten dritten Server.

Download PDF Deployment of HPC Server 2008 R2 failover cluster.

Windows HPC Server 2008 R2 Service Pack 2 (Beta)

5. Mai 2011

Die Beta des Service Pack 2 für den HPC Server 2008 R2 ist draußen. Sie bietet unter anderem eine bessere Integration von Azure Nodes in den Cluster Manager und einige Verbesserungen des Job Schedulers. Bei den Azure Nodes ist unter anderem die Verbindung zu Campus-eigenen Fileserver via UNC-Pfad möglich und die Verbindung zu Azure Nodes mittels Remote Desktop. Ich werde versuchen das nächste Woche zu testen und dann hier zu berichten.

http://technet.microsoft.com/en-us/library/hh184314%28WS.10%29.aspx


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.